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Polsterglockenblume




Alle niedrigen Glockenblumen sind ursprünglich Bergbewohner. Die meisten gartenwilligen Polsterglockenblumen kommen an ihrem Naturstandort auf Kalkgestein vor, sind also auch in unseren Kalkalpen heimisch. Zwergwüchsige Arten wie z.B. Campanula scheuchzeri sind zwar hübsch anzusehen, auf kalkhältigen Böden aber schwer „weiterzubringen“, da sie am Naturstandort in sauren Silikatböden wachsen. Überhaupt sind von den zig kleinwüchsigen Arten gerade eine Handvoll für den Garten erprobt und züchterisch bearbeitet. Gut eignen sie sich als Bepflanzung für Steingärten oder Betonkorbsteine, Konkurrenzdruck von höheren Pflanzen sind sie nicht gewachsen. Campanula carpatica, die Karpatenglockenblume ist eine häufig kultivierte Art, die meist als indoor/outdoor-Pflanze verkauft wird. Soll heißen: Drinnen stehen lassen und bewundern bis sie unansehnlich wird, dann im Garten draußen einsetzen, denn fast alle Glockenblumen sind Stauden, also mehrjährige, winterharte Pflanzen. Karpatenglockenblumen gibt es in blau und weiß und wie viele ihrer Artgenossen sind auch sie ein begehrtes Schneckenfutter.

Die Dalmatinische Glockenblume (Campanula portenschlagiana) wurde züchterisch am stärksten bearbeitet. Sie wird als Minipflanze und in Normalgröße verkauft, oft schon im Februar, da sich Glockenblumen mit Belichtung dazu hinreißen lassen ihre eigentliche Blütezeit zu vergessen um bereits mitten im Winter zu blühen. Neben der Ursprungsfarbe blau gibt es C. portenschlagiana auch weiß und beide Farben einfach oder gefüllt blühend. Setzt man vorgetriebene Pflanzen aus, blühen sie zum eigentlichen Blütetermin ein zweites Mal.

Im gärtnerischen Fachhandel erhältlich ist auch Campanula poscharskyana, die Hängepolsterglockenblume. Sie ist ein wunderbarer Bewuchs für Problemstandorte im Garten. Sie verträgt extrem trockene Standorte und hat einen gesunden Ausbreitungsdrang. Eine Vergesellschaftung mit anderen Polsterpflanzen ist deshalb nicht ratsam, denn diese würden von C. poscharskyana mit der Zeit überwachsen. Ihre Hauptblütezeit ist Juni und Juli, sie bringt allerdings bis Weihnachten immer wieder einmal ein Büschel Nachblüten hervor.

Ein entzückender Zwerg mit nur 5 bis 15 Zentimetern Wuchshöhe ist noch Campanula cochlearifolia. Sie wird aber nicht gärtnerisch kultiviert, da diese kalkliebende Zwergglockenblume als „Minderheitenprogramm“ gilt. Wer sie sein Eigen nennen will muss also rauf auf den Berg und Samen abnehmen.

Grüne Oase:

Vergissmeinnicht

Das Vergissmeinnicht heißt sicherlich so, weil man immer vergisst es auszusäen. Nämlich genau JETZT sollte man daran denken, dass man im kommenden April gerne das blaue Band des Frühlings in Form von Vergissmeinnicht im Garten flattern sehen möchte. Vergissmeinnicht sind wie Stiefmütterchen, Königskerze und Bellis sogenannte „Biennen“, also Zweijährige. Darunter versteht man Pflanzen, die in der ersten Vegetationsperiode ausgesät werden, keimen und eine grüne Blattrosette bilden, mit der sie oberirdisch überwintern. In der folgenden Vegetationsperiode entwickeln sie den Blattbuschen fertig, blühen, fruchten und sterben schließlich ab. Meist Anfang Juni sind die letzten Stiefmütterchen dann mit Mehltau übersät oder wegen ihrer Länge zu Hängepflanzen mutiert und werden endlich entsorgt. Also leben Biennen zwar tatsächlich nur ein Jahr, dieses erstreckt sich aber über zwei Vegetationsperioden.

Einjährige oder „Annuelle“ sind dagegen Pflanzen, bei denen Aussaat, Keimung, Wachstum, Blüte, Samenbildung und schließlich das Absterben in einer Vegetationsperiode Platz finden. Typische Einjährige sind Sonnenblume, Kapuzinerkresse, Cosmea oder Tagetes.



Ing. Veronika Schmeikal

Bild: Karpartenglockenblume
 
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