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Seltene Blüten




Seltene Blüten

Manche Zimmerpflanzen sieht  man nie blühen - obwohl sie könnten!

Zu ihnen gehört der Geldbaum (Crassula ovata). Er ist eine beliebte, weil völlig anspruchslose Zimmerpflanze und auch grünes Mobiliar nach Feng Shui (wäre man bösartig, sagt man dazu „a weng z’vui“),  da er einer der wenigen Pflanzen ist, deren Blätter mit einer Rundung abschließen, anstatt mit einer Blattspitze (Spitz ist laut Feng Shui nämlich schlecht.).

Crassula jedenfalls lebt jahrelang in üppig beheizten Wohnzimmern und wächst gemächlich vor sich hin. Eine Blüte bekommt man unter diesen Bedingungen allerdings nie zu sehen. Dafür bräuchte der Geldbaum nämlich eine Winterruhe in Form von gemäßigten Temperaturen, so zwischen 5 bis 15 Grad. Hier sollte er dann auch sparsamer gegossen werden. Die Möglichkeit, sein Dickblatt (ein weiterer deutscher Name) so aufzustellen, fehlt den meisten Blumenfreunden, daher wird Crassula weiterhin als Grünpflanze wahrgenommen werden und seine fantastische Blüte, bestehend aus hunderten kleiner Blütchen, die gerade um diese Zeit wie eine weiß-rosa Wolke über der Pflanze hängen, bleibt Wintergartenbesitzern vorbehalten, die denselben nicht auf Zimmertemperatur heizen. 

Die Clivie (Riemenblatt) ist auch eine Zimmerpflanze, die uns ab jetzt bis Ende April mit Blüten erfreut. Das kräftige Orange sucht seinesgleichen. Im Gegensatz zu uns werden Klivien mit den Jahren immer schöner. Frisch im Handel erworbene Pflanzen haben meist nur eine oder zwei Rosetten. Mit der Zeit füllen sie ihren Topf mittels Seitensprossen aus. Die dunkelgrünen, ledrigen Blätter bilden einen schönen Kontrast mit dem leuchtenden Orange der Blüten. Kommen Klivien nicht zur Blüte, stehen sie zu warm. Auch sie brauchen zur Blüteninduktion eine Kühlphase und zwar im Winter. Da sollten sie dann rund 2 Monate bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad gehalten werden. Bleiben die Blüten „stecken“, so nennt man es, wenn der Blütenschaft sich nicht aus den Blattfächern herausschiebt, so ist das auf unregelmäßige Wasserversorgung während des Sommers zurückzuführen. Kurz gesagt: Kann man nicht mehr ändern, sondern sich nur im nächsten Jahr bessern.

Die dritten im Bunde der seltenen Blüten sind Kakteen aller Art: auch sie schmücken umkompliziert die Fensterbank, nehmen es kommentarlos hin, selten bis nie gegossen zu werden und sind ja auch ohne Blüten interessant anzusehen. Doch blühen würde natürlich jeder Kaktus, sobald er seine Geschlechtsreife erreicht hat. Nur eben nicht bei ganzjährig über 20 Grad. Auch Kakteen brauchen eine Winterruhe um zur Blüte zu kommen und hier heißt Ruhe auch absolut Ruhe. Bei Temperaturen  bis maximal 10 Grad werden sie den ganzen Winter nicht gegossen. Im Gegenteil: zu viel Feuchtigkeit bei so geringen Temperaturen führt zu Stammfäule. Erst bei wirklich warmen Tagen im Frühling wird wieder bewässert und dann lassen die schönen Blüten nicht mehr lange auf sich warten. 

Ing. Veronika Schmeikal


 
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