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Garten einwintern




Garten einwintern

Einen ersten Vorgeschmack auf den Winter haben wir ja schon genossen, jetzt kommen aber noch mildere Tage, in denen Zeit bleibt, den Garten winterfest zu machen.

Muss man das überhaupt? Was muss getan werden, und was ist reine Kosmetik? Oft werde ich gefragt, ob man verblühte Hortensienblüten abschneiden soll? Sollen tut man nicht, aber können. Der Pflanze ist es vollkommen wurscht, ob die verblühten Blüten über den Winter (oder noch länger) am Strauch hängen bleiben oder nicht. Das Gewebe ist abgestorben und eingetrocknet, es ist ausschließlich eine optische Sache, ob man die Blüten wegschneidet. Oft vergrünen sie ja sehr schön und sind im Herbst und Spätherbst mindestens so schön anzusehen, wie zur Vollblüte. An anderen Standorten oder bei starkem Regen werden die Blütenballen rasch braun. Wie auch immer, ob man die Blüten abschneidet, oder über den Winter an der Pflanze lässt, liegt im eigenen Ermessen und hat keinerlei Einfluss auf die weitere Entwicklung der Pflanze. Ebenso verhält es sich mit winterharten Blütenstauden. Sonnenhut, Astern, Pfingstrosen, Hohe Fetthenne und viele andere mehr: sie alle verlagern ihre Kräfte und Säfte im Herbst in ihre unterirdischen Überwinterungsorgane, an der Erdoberfläche bleibt die krautige Masse, oft schon eingetrocknet oder verbräunt zurück. Auch hier gilt: für die Pflanze ist es unerheblich, wann der Rückschnitt der oberirdischen Blattmasse stattfindet. Oktober ist ihr genauso lieb wie Anfang März. Vor dem Neuaustrieb sollte es halt passieren, aber damit lassen sich die meisten Stauden bis in den April Zeit. Als immer passende Faustregel für einziehende Stauden gilt:  ebenerdiger Rückschnitt zwischen November und März. Finger weg heißt es dagegen bei wintergrünen Stauden und auch Gehölzen. Erstere zählen meist zu den Polsterstauden und die werden, wenn überhaupt, sofort nach der Blüte im Frühling zurückgeschnitten. Wintergrüne Gehölze kann man im Spätherbst und Winter schon schneiden, gefährlich ist aber ein Rückschnitt Ende August oder auch noch im September. Wenn sich der Herbst sehr warm ist und sich der Winter Zeit lässt, versuchen die Gehölze ihre verlorengegangene Blattmasse zu ersetzten und treiben nochmals durch. Dieser Jungtrieb hat keine Zeit auszureifen und wird ein Opfer des Winterfrosts. Was ist nun tatsächlich schützenswert? Gartenhibiskus und  Sommerflieder sollte man in den ersten zwei, drei Standjahren mit Reisig und Laub schützen, Rosen  und Hortensien sind dort mit Reisig zu überdecken, wo es häufig Barfröste (=starke Fröste ohne Schneedecke) gibt. Die Veredlungsstelle von Rosen, die sich eh eine Handbreit unter der Erde befinden sollte,  kann man durch Anhäufeln mit Erde zusätzlich schützen. Besonders wichtig ist die Wasserversorgung immergrüner und wintergrüner Gehölze, vor allem, wenn sie in einem Topf leben müssen. Jetzt im Spätherbst darf man sie mit reichlichen Wassergaben bedenken, damit sie sich so richtig vollsaufen können. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Trog-Gehölze, die im Winter ihr Leben lassen, nicht erfrieren, sondern verdursten. Die gefährdetsten Standorte sind überdachte Hauseingänge, wo die Pflanzen kein rettender Niederschlag erreicht.

Grüne Oase:

Noch geht’s: Blumenzwiebeln versenken!

Wie lange man Blumenzwiebeln einsetzen kann? Solange man in den Boden hineinkommt, also selbiger nicht durchgefroren ist. Und das ist nach langjähriger Erfahrung meist bis Weihnachten der Fall. Also falls Sie noch nicht für Glücksgefühle im Frühling vorgesorgt haben, noch kann man Krokus-, Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenzwiebeln  im Garten versenken. Besonders wertvoll sind die ersten Blüten, denn im März giert man nach Farben. Wildkrokusse und der gelbe Winterling haben hier schon Blüten zu bieten.  Und wenn man sich schon daran macht, Blumenzwiebeln im Garten einzusetzen, darf man Zierlauch nicht auslassen. Die vielgestaltige Gattung bringt prächtige Arten wie den eindrucksvollen Riesenlauch ebenso hervor, wie skurrile Gewächse wie Allium ‚Hair‘ mit einem grünen Haarbüschel als „Blüte“. Jedenfalls schließen die Zierlauch-Arten wunderbar die Blütenlücke zwischen Zwiebelblumen wie Narzissen und Tulpen und den ersten halbhohen Stauden wie Tränendes Herz und Akelei im Mai.  

Ing. Veronika Schmeikal


 
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