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Schmückende Beeren




Schmückende Beeren

Die Zeit der leuchtenden Farben neigt sich ihrem Ende zu.

Die Gehölze sind großteils entlaubt und auch die spätesten Blütenstauden, wie Oktobersilberkerze und Herbstanemonen haben nun ausgeblüht. Nur das unentwegte Geranium ‘Jolly Bee‘ blüht noch, trotz wiederholtem Bodenfrost und der fortgeschrittenen Jahreszeit. Aber Blau sieht man im Herbst gar nicht so gerne, nicht wahr? Dafür findet sich auf Gehölzen leuchtender Fruchtschmuck. Die Stechpalme ist fast besser unter ihrem botanischen Namen bekannt ( Ilex) und gerade voll mit leuchtend roten Beeren. Die wirken als Kontrast zum dunkelgrünen Laub besonders schön. Zumindest bis Amsel und Co. zur Jause kommen. Sobald die gefiederten Gartenbewohner nämlich eine beerengeschmückte Stechpalme finden, wird ohne Pause gefressen, bis alles weg ist. Das dauert je nach Größe des Ilex zwischen einem und drei Tagen und dann ist wirklich alles bis auf die letzte Beere kahlgefressen. Ähnlich ergeht es dem Feuerdorn jedes Jahr, aber der ist früher dran. Hier verschwindet der Fruchtschmuck meist schon in den letzten Oktobertagen. Derzeit noch unversehrt sind die heimischen Pfaffenkapperl (Euonymus europaeus), die heuer besonders schön besetzt sind, sowie Liguster und Efeu. Bei letzterem sind die Beeren noch gar nicht ausgereift, schließlich blüht Efeu erst im Herbst, daher sind die Früchte noch grün. Die schönen schwarzen Ligusterbeeren sind offenbar weniger beliebt, oder Vögeln geht es ähnlich wie uns: Schwarz ist schließlich keine Signalfarbe und daher schwer zu sehen.

Und dann sind da die Hagebutten! Die hässlichsten Rosen machen die schönsten Hagebutten. Also wirklich hässlich ist ja keine Rose, aber die Wildrosen (rund 400 verschiedene Arten wachsen auf der nördlichen Halbkugel) sind blütenmäßig gesehen nicht das Gelbe vom Ei. Fades Rosa, einfache (also ungefüllte) Blüten, die nach wenigen Tagen verblüht sind, teuflisch viele Stacheln und auch nur einmalblühend. Nimmt man das alles in Kauf, wird man mit den schönsten Hagebutten belohnt. Aber gescheiter ist es natürlich sich eine öfter- und gefülltblühende, duftende  Rose in einer leuchtenden Farbe in den Garten zu pflanzen, als viel Platz zu opfern in der Hoffnung auf schöne Hagebutten, die, ist man zu langsam beim Ernten, eh die Amseln fressen. Hübsche Früchte produziert auch noch die Schneebeere, ein salztoleranter und stadtklimaverträglicher Strauch. Da hat dann ausnahmsweise das Federvolk das Nachsehen, weil da die Schulkinder beim Beernten schneller sind.  Die Schneebeeren machen nämlich so wunderbar „plopp“, wenn man mit dem richtigen Druck und der richtigen Geschwindigkeit draufsteigt.

 

Grüne Oase:

Blütenknospen im Winter

Gehölze, die im Frühling blühen, bilden ihre Blütenknospen bereits im Spätsommer und Herbst des Vorjahres. Für das kommende Frühjahr ist also schon alles unter Dach und Fach, einen reichlichen Blütenflor kann man nur noch durch falsche Schnittmaßnahmen verhindern. Bei manchen Pflanzen sind die Blütenknospen deutlich sicht- und erkennbar. Beim Rhododendron sind die Blütenknospen extradick, während Blattknospen schlank sind. Auch bei Forythien sind die Knospen nun deutlich sichtbar. Ein Gehölz, das sich in Gesellschaft mit Rhododendren und Azaleen wohl fühlt, weil es auch am liebsten in einem Moorbeet wächst, ist die Skimmie. Sie wird im Herbst häufig angeboten, weil ihre braunroten Blütenknospen hübsch anzusehen sind und sie wie Ilex und Buchs immergrün ist. In einem Gefäß vor der Tür geben Skimmien über die Winterzeit schöne „Portalsgrüße“  ab und sorgen beim Erblühen im April für ein Aha-Erlebnis, weil die kleinen weißen Blüten auch wunderbar duften.

Ing. Veronika Schmeikal


 
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