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Die Eibe




Der Baum des Jahres 2013: die Eibe

Alle Jahre wieder: der Baum/die Staude/das Moos/das Wort und das Unwort des Jahres werden gewählt.

Wobei die beiden letzteren erst am Jahresende gekürt werden, erstere bereits seit einem viertel Jahr feststehen. Der heurige Baum des Jahres ist die Eibe und da selbige im Garten eine nicht unwichtige Rolle spielt, kommt sie hier zu Ehren. Die heimische Eibe (Taxus baccata) ist eine sogenannte „Schattholzart“, was einfach nur heißt, dass sie nicht gerne im Sonnenlicht steht. Am liebsten wächst sie als „Unterstandling“ anderer Bäume im Wald und wegen dieses Naturstandortes gilt sie auch als extrem gut schattenverträglich. Die hochgiftige Eibe ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die von Eltern gefürchteten roten Beeren tragen natürlich nur die Weibchen, deren Pflanzung auf Spielplätzen lt. Ö-Norm aber eh nicht zulässig ist.  Im eigenen Garten kann man sich eine weibliche Eibe ja gut verkneifen, bis der Nachwuchs zuverlässig Verbote beachtet. Allerdings ist es beim Erwerb der heimischen Art gar nicht leicht, die Weibchen und Männchen auseinanderzuhalten, meist werden die Pflanzen ja vor ihrer Geschlechtsreife eingepflanzt. Da empfiehlt es sich dann auf eine Kulturform zurückzugreifen. Gärtnerisch vermehrte Sorten von Taxus x media (eine Kreuzung unserer heimischen mit der japanischen Eibe) sind entweder rein weiblich (z.B. „Hicksii“) und dann auch fruchttragend oder rein männlich (z.B. „Hillii“) und ohne Fruchtschmuck. Ob Wildform oder Kulturform, eine Besonderheit, die für ihr Haupteinsatzgebiet im Garten, nämlich Hecken, von großer Wichtigkeit ist, ist ihr Regenerationsvermögen. Die Eibe ist so ziemlich das einzige Nadelgehölz, das in der Lage ist aus dem alten Holz durchzutreiben. Für die Praxis bedeutet das, dass man eine in die Jahre gekommene, fadenscheinige, verkahlte Eibenhecke brutal niederschneiden kann. Das sieht dann ein halbes Jahr eher bescheiden aus, aber dann treiben die holzigen Triebe aus zahllosen schlafenden Augen, und aus dem braunen Astgewirr wird wieder eine schöne grüne Hecke. Das machen Sie mal mit einer Thuje! Die rodet man besser gleich, wenn sie fadenscheinig in die Jahre gekommen ist. Da muss man halt auch dazusagen, dass Thujen recht zackig wachsen, folglich kein allzu teurer Spaß sind, während man für die extrem langsam wachsenden Eiben schon gutes Geld hinlegen darf. Optisch sind Eiben eine sehr dunkle Angelegenheit. Die Benadelung ist fast schwarzgrün, da kommt eine Smaragdthuje im Vergleich recht fröhlich daher. Dass Thujen auch giftig sind, stört Eltern kleiner Kinder meist nicht, aber die tragen auch keine so verlockenden Beeren. Die Eibenfrüchte dürfen Sie übrigens ruhig kosten: der fleischige, rote Samenmantel ist absolut ungiftig, schmeckt süß und ist ein bisserl schlatzig, den innen wohnenden Samenkern spucken Sie aber bitte aus, denn der hat es giftmäßig in sich. 

Ing. Veronika Schmeikal

Bild:

Eiben lassen sich viel gefallen: Auch ein Formschnitt, wie hier im schwedischen Karlskrona, ist möglich.


 
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