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Orchideen




Tropische Schönheiten im Zimmer

Im Garten ist nix los, naturgemäß verlagert sich im Winter das Interesse der Blumenfreunde auf Zimmerpflanzen. Schön, dass jetzt eine besonders ergiebige Pflanzengruppe die Hauptblütezeit hat -  die Orchideen. Die Orchidee, die den größten Marktanteil hat und eigentlich ganzjährig blühend zu bekommen ist, ist die Phalaenopsis, auch Schmetterlingsorchidee oder Malaienblume genannt. Man könnte auch „Orchidee für Dummis“ zu ihr sagen, denn besonderes gärtnerisches Geschick erfordert es nicht, sie durchzubringen. Mit gelegentlichen Wassergaben hat man sie mindestens drei Monate blühend auf der Fensterbank, welche andere Blütenpflanze leistet das? Nur der Weihnachtsstern, wenn man kein Weihnachtssternmörder ist. Mit etwas Geschick kann man Qualitätsware bis zu sechs Monate und länger blühend erhalten. Und vor allem ist es unkompliziert sie wieder zum Blühen zu bringen. Das dauert zwischen einem halben und einem Jahr, dann schiebt sich ein neuer Blütentrieb aus dem immer nach oben weiterwachsenden Spross. Das heißt, dass der bestehende Spross öfter zur Blüte kommt und das ist auch das Geheimnis ihres Erfolgs, denn das ist vergleichsweise einfacher, als Orchideen zur Bildung neuer Sprosse zu bewegen. Phalaenopsis haben ein großes Farbspektrum, was es nicht gibt, ist blau und dottergelb. Blaue Phalaenopsis werden trotzdem angeboten: Saugmittel, die dem Gießwasser beigemengt werden, färben weißen Blüten blau. Die Reaktionen der Orchideenfreunde reichen von „tolle Farbe“ bis „schrecklich“. Ewig hält die Farbe aber sowieso nicht, da die zuhause aufblühenden Knospen dank fehlendem Färbemittel im Gießwasser wieder weiß werden.  Wer die Einsteigerorchidee Phalaenopsis im Schlaf beherrscht, könnte sich auf Orchideen für Fortgeschrittene stürzen. Miltonia, Cambria, Oncidium und Dendrobium bieten sich an. Sie alle haben eines gemeinsam: um sie wieder zum Blühen zu bringen, müssen diese Orchideen neue Sprosse bilden. Sie müssen also ordentlich wachsen und das tun sie nur, wenn die Bedingungen passen. Diese sind allerdings nicht so schwer herzustellen. Kaum eine natürliche Art findet sich als Zimmerpflanze. Fast alle im Handel erhältlichen Orchideen sind Kreuzungen aus verschiedenen Arten oder gar Gattungen. Und  in die Züchtungsarbeit ist „zimmertauglich“ als ein wichtiges Kriterium eingeflossen. Man braucht also kein tropisch warmes und schwül feuchtes Gewächshaus um eine der obigen Arten erneut zum Blühen zu bringen. Gerne sehr luftfeucht hat es Vanda, eine Orchideengattung, bei der man neben anderen Farben auch blau und violett findet. Deshalb werden sie oft mit Glasgefäß verkauft, wo sie ohne Substrat, nur mit ihren Luftwurzeln, drinnen hängen und das feuchte Kleinklima genießen. Besonders große Blüten in ansprechenden Farben bietet die Gattung Cattleya. Der Indikator, ob man einen geeigneten Standort gefunden hat, ist die Blattfarbe. Sind die Blätter schön dunkelgrün, steht sie zu schattig und wird kaum zur Blüte kommen. Ist die Blattfarbe eher hellgrün, passt der Standort. Cattleyen vertragen ungewöhnlich viel Sonne. Nur vor Mittagssonne sollte man sie schützen. Ein Zuviel an Sonne erkennt man daran, dass die Blätter schon mehr gelb als hellgrün sind und violettrote Einfärbungen haben. Cattleya, wie alle anderen Orchideen auch, machen eine Ruhephase durch. Während z.B. Dendrobium direkt vor der Blüte ruht, beginnt die etwa sechswöchige Ruhephase einer Cattleya gleich nach der Blüte. Dabei reduziert man die Wassergaben deutlich. Es wird gerade so viel gegossen, dass die Bulben nicht einschrumpeln. Nach der Ruhephase werden Cattleyen wieder kräftig gewässert, wobei wie bei allen anderen Arten die Pflanzen am liebsten getaucht werden und dann lässt man den Wurzelballen gut durchtrocknen, bevor sie erneut ins Wasserbad kommen. „Von nichts kommt nichts“ gilt auch bei Orchideen: wenn Sie möchten, dass Ihre Pflanzen wachsen, müssen Sie sie ernähren. Für Orchideen werden Spezialdünger angeboten, weil die meisten Gattungen nicht besonders salzverträglich und übliche Flüssigdünger daher wenig geeignet sind. Und falls Sie sich beim Thema Phalaenopsis auf den Schlips getreten fühlten: Zehn „Orchideen für Dummis“ zieren zuhause unsere Fensterbänke!

Text: Ing. Veronika Schmeikal 


 
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