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Johanniskräuter




Johanniskräuter

Pünktlich zum Johnnistag am 24. Juni haben die gleichnamigen Kräuter zu blühen begonnen. Das heilkräftige Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine bei uns heimische Pionierpflanze, das heißt, sie besiedelt Brachflächen und wurde in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres 2015 gewählt. Die getrockneten Blüten werden als Tee verwendet, dem eine antidepressive Wirkung zugeschrieben wird. Johanniskrautöl wirkt entzündungshemmend und wird zum Einreiben verwendet. Überdies ist das echte Johanniskraut eine hübsch anzusehende Staude, die sich an Standorten, die ihm zusagen auch kräftig aussät. Daneben gibt es aber auch viel Verwandtschaft, die sich als gartenwürdig erweisen. Da wäre zuallererst Hypericum androsaemum, ein Johanniskraut, das nicht nur durch Blütenpracht, sondern auch durch besonders hübschen Fruchtschmuck auffällt. Und – um an die letzte Kolumne anzuschließen – als kleinwüchsiger Halbstrauch gut in kleine Gärten oder auf eine sonnige Terrasse passt. Falls Ihnen der Fruchtschmuck bekannt vorkommt: Fruchtstände des Johanniskrauts sind eine gebräuchliche Schnittblume. Die Stiele mit je nach Sorte roten, braunen, grünen oder lachsrosa Früchten halten sich lange in der Vase. In strengen Wintern friert die Pflanze bis zum Boden zurück, treibt aber aus dem Wurzelstock willig wieder aus. Das dritte Johanniskraut im Bunde heißt Kelchiges Johanniskraut (Hypericum calycinum). Mit strahlend gelben Blüten, die deutlich größer sind als die anderer Arten, wächst dieser ausläufertreibende Bodendecker im Halbschatten von Gehölzen, aber auch auf sonnigen Standorten. Die immergrüne Pflanze wird etwa 35 cm hoch, mit 6 Stück pro Quadratmetern erreicht man schon im zweiten Jahr nach der Pflanzung Bodendeckung. Wie alle wintergrünen Pflanzen tut sich auch das Kelchige Johannsikraut mit der Wintersonne schwer. Bei Besonnung beginnen die vorhandenen Blätter Wasser zu verdunsten, da der gefrorene Boden keinen Nachschub liefern kann, kommt es zu Trockenschäden an der Pflanze (Frosttrocknis). Im Fall, dass das Laub im Frühling vertrocknet und braun ist, kann es ebenerdig abgeschnitten werden. Da das Johanniskraut am wachsenden Jahrestrieb seine Blüten bildet, muss man selbst bei einem Komplettrückschnitt auf Blütenpracht nicht verzichten. Vorsicht ist bei kleinen Flächen und in Kombination mit anderen Pflanzen geboten: wegen seiner Ausläufer bleibt dieses Johanniskraut nicht unbedingt dort, wo es eingesetzt wird, sondern marschiert in mäßigem Tempo weiter. Wer gelbe Blumen mag, ist mit den genannten Arten gut bedient, die die Farbe der im  Hochsommer blühenden Stauden vorwegnehmen.

 Ing. Veronika Schmeikal

Bild:

Blüten und Früchte von Hypericum androsaemum zeigen sich bereits Anfang Juli. Oft geht sich im Spätsommer ein zweiter Flor aus.


 
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