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Silber-Hoch-Zeit




Silber-Hoch-Zeit 

Auch ohne 25 Jahre verheiratet zu sein, kann man eine Silber-Hoch-Zeit genießen.  

Derzeit findet sich im Herbstzauberprogramm eine Vielzahl an silberlaubigen Pflanzen. Zu den im Herbst attraktiven Pflanzen gehören Heiligenkraut, Beifuß, Aschenkraut, Blauschwingel, Greiskraut, Helichrysum und Heuchera.Silberlaubige Pflanzen haben ein großes Plus: Sie sind auch ohne Blüten attraktiv. Bei Vielen von ihnen ist die Blüte auch nur mäßig hübsch bis unauffällig. Eine Staude, die man als Herbstpflanze zwar nicht findet, die aber das Silber schon im Namen trägt, ist der Wollziest (Stachys byzantina). Mit ’Silver Carpet’ wurde eine extra blühfaule Sorte gezüchtet, weil es hier mehr um die Bodendeckung (-> carpet) als um die Blütenwirkung geht. Im Übrigen sind die Blüten auch gar nicht schön. Die weißfilzigen Blätter greifen sich kuschelig und weich an, die Pflanze fühlt sich auf vollsonnigen und eher trockenen Standorten am wohlsten. Ganz andächtig wird man, wenn man über das Laub des Heiligenkrauts (Santolina chamaecyparissus ) streicht: Es duftet intensiv nach Weihrauch. Das Heiligenkraut teilt mit dem Wollziest die Vorliebe für trockene Standorte, winternasse Böden werden schlecht vertragen. Im April kräftig zurückgeschnitten behält es seine kompakte Form und lässt im Hochsommer gelbe Knopfblüten sehen. Kleine ballrunde Blütenstände in einer undefinierbaren graugelben Farbe bringt auch das Greiskraut hervor, allerdings nur, wenn es sich um ältere Pflanzen handelt. Dieses silbrige Gewächs wird manchmal auch als „Stacheldrahtpflanze“ angeboten, was zwar nicht korrekt, aber recht treffend ist. Für herbstliche Schalenbepflanzung ist es eine sichere Bank, bis in den Frühling behält es seine drahtige Form, auch wenn die Pflanze bei wilden Frösten aufgibt. Der silberlaubige Beifuß (Artemisia schmidtiana ’Nana’) ist allerliebst anzusehen, lässt sich ebenfalls gut streicheln und wird als „Einfassungspflanze“ angeboten. Bei der Einfassung bleibt es leider nicht, der Zwergbeifuß marschiert im Beet herum, wie es ihm gefällt. Aber erst ab dem nächsten Frühjahr und wenn man ihm keinen Einhalt gebietet. Vom Blauschwingel (Festuca glauca) gibt es sehr schön silberblau gefärbte Sorten, hier ist die Ausfärbung zusätzlich eine „Haltungsfrage“. Vollsonnig und eher trocken gehalten ist die Silberblaufärbung viel intensiver als im gut bewässerten Halbschatten.  

Grüne Oase: 

Die nächtliche Gefahr Die allgegenwärtige Manie sämtliche freie Beetflächen mit Rindenhäcksel zu bestreuen hat den Herstellern selbiger Produkte gute Zuwächse und dem gemeinsten aller Rüsselkäfer einen unerwarteten Höhenflug beschert. Dabei kann er gar nicht fliegen. Es handelt sich um einen hartschaligen, schwarzen Käfer, der nächtens unterwegs ist um an hartlaubigen Pflanzen wie Kirschlorbeer, Rhododendron, Skimmia, Lorbeer, Liguster und gerne auch an Primel und Heuchera den typischen Buchtenfraß zu hinterlassen. Das ist unschön anzusehen, kostet der Pflanze aber nicht das Leben. Viel gefährlicher und vor allem unsichtbar sind die Larven, die sich aus den im Boden abgelegten Eiern entwickeln und an den Wurzeln der Pflanzen gütlich tun. Chemische Bekämpfung ist nur in Pflanzgefäßen möglich, im Boden gesetzte Pflanzen kann man mit Nematoden (Fadenwürmern) beikommen, die man bei www.biohelp.at bestellen kann. Und vor allem: Schluss mit dem Rindenhäcksel, darin populieren sie unkontrollierbar! 

Bild: Heuchera

Text: Ing. Veronika Schmeikal  


 
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