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Jiao Gu Lan




Das Kraut der Unsterblichkeit

Eine neue Droge ist am Wohlfühlhimmel aufgetaucht: Jiaogulan. Und das Schöne daran: Sie ist legal.

Um Jiaogulan wird man auf Dauer als gesundheitsbewusster Teetrinker nicht herumkommen. „Wie Ginseng, aber besser!“ wird das Kraut gelobt, dessen Inhaltsstoffe sich wie ein medizinisches Fachbuch lesen. Doch zuerst zur Herkunft und Botanik. Jiaogulan heißt richtig Gynostemma pentaphyllum und gehört der immer sympathischen Gruppe der Stauden an. Gynostemma ist eine starkwüchsige Kletterpflanze, die binnen einer Vegetationsperiode mehrere Meter hoch klettern kann. Die fünfteiligen Blätter (-> pentaphyllum), erinnern ein bisschen an Cannabis, geraucht wird Jiaogulan aber meines Wissens nicht. In erster Linie werden die Blätter als Tee verwendet. Einen Teelöffel frisches oder getrocknetes Kraut übergießt man mit ¼ Liter Wasser und lässt es maximal fünf Minuten ziehen. Von seiner Verwendung als Tee stammt auch der deutsche Name „Kraut der Unsterblichkeit“. In der südchinesischen Provinz Guizhou, in der quasi jeder Jiaogulan täglich als Tee zu sich nimmt, ist die Anzahl der über 100-Jährigen überproportional groß, was man den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen von Gynostemma zurechnet.

Die Triebspitzen können fein geschnitten dem Salat beigefügt werden, auch das Kauen einzelner Blätter soll gesund sein, aber ganz ehrlich: Im Selbsttest wurde DIESE Form der Aufnahme gleich wieder von der Liste gestrichen. Besonders gut schmeckt Jiaogulan nicht.

Stauden sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die in der Regel im Winter oberirdisch absterben. Das tut auch Gynostemma, wenn sie im Garten ausgepflanzt wird. Im Boden eingesetzt überwintern die Pflanzen bei uns bis zu Temperaturen von minus 15 Grad. Allerdings kann man Jiaogulan im Herbst auch ins Haus holen und warm überwintern. Dann wächst die Pflanze weiter und kann auch im Winter beerntet werden. Jiaogulan wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt, soll gegen Bluthochdruck helfen und dank seiner Inhaltstoffe (knapp 80 verschiedene Saponine) für einen ausgeglichenen Energiehaushalt sorgen. Frauen vertragen Jiaogulan besser als Ginseng, weshalb Jiaogulan auch als „Frauenginseng“ bezeichnet wird. Die Krankenkassen werden eine wahre Freude mit der Verbreitung dieses Krauts haben, werden doch alle, die es fortan als Tee zu sich nehmen, deutlich weniger Beschwerden haben. Ein Kommentar der Pensionskassen steht noch aus, es ist aber durchaus denkbar, dass selbige weniger Freude mit dem „Kraut der Unsterblichkeit“ haben.



Ing. Veronika Schmeikal
 
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