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Herbstastern




Herbstastern Die Farben der Herbstastern sind heuer im Trend: rosa, lila, violett. 

Der Hochsommer wird im Garten von gelben Blumen dominiert: Sonnenhut, Sonnenauge und Sonnenbraut, einjährige und winterharte Sonnenblume – sie alle blühen in schönen Gelbtönen. Im Herbst hingegen gibt es kaum noch gelbe Blütenstauden und die Rosa-, Lila- und Blautöne der Astern erobern die Gärten: Den Reigen eröffnet Anfang August die Bergaster (Aster amellus), deren schönem Dunkelblau in diversen bunten Gartenheftchen noch etwas nachgeholfen wird, was den Verkauf der dankbaren Spätsommerblüher mitunter schwierig macht. Ab Ende August beginnt dann die „richtige“ Asternsaison mit den Kissenastern (Aster dumosus), die je nach Sorte zwischen August und Oktober blühen. So hübsche Sortennamen wie „Mittelmeer“ oder „Schneekissen“ erübrigen eine Farbbeschreibung, mit Höhen zwischen 20 und 40 Zentimetern gehören sie zu den Asternzwergen. Ab September wird’s dann unübersichtlich: Glattblattaster, Raublattaster, Septemberkraut sind die wenigen deutschen Namen, die kursieren, und die müssen dann für sehr viele unterschiedliche Asternarten herhalten. Die Raublattaster heißt eigentlich Aster novae-angliae, doch wird der gleiche deutsche Name auch für Aster divaricatus vergeben. Das ist eine besonders hübsche, weiß gesternte nur 50 Zentimeter hohe Art, die im Gegensatz zu allen anderen einen schattigen Standort bevorzugt und sich zur Gehölzunterpflanzung eignet. Das tut auch Aster ageratoides ’Asran’. Sie hat zwar keinen aussprechbaren deutschen Namen, ist aber eine wirklich empfehlenswerte Art, die sich unter Gehölzen verwildern lässt, da sie Wurzeldruck erträgt und trotzt einer beachtlichen Höhe von bis zu 80 Zentimetern sehr standfest ist. Die zartlila Blüten sind farblich kein Überknaller, erscheinen aber so zahlreich, dass die Staude wie eine große rosa Wolke am Fuß höherer Gehölze lagert. Eine ähnliche Optik ergibt die Pflanzung von Aster pyrenaeus ’Lutetia’, die aber im Gegensatz zu Aster ’Asran’ sonnige Freiflächen bevorzugt und kompakter wächst. Diese drei Arten haben alle eher Wildstaudencharakter, ihr großer Vorzug liegt unter anderem darin, dass sie sehr gesund sind. Mit Pilzkrankheiten, konkret Mehltau haben Rau- und Glattblattaster nämlich oft zu kämpfen. Ihre Farbenpracht wird von den genannten Asterarten bei weitem nicht erreicht, dafür muss man hier für ein intaktes Laub auch so einiges tun. Entweder man hat das Glück ein Seengrundstück mit ständigem lauen Lüfterl sein Eigen zu nennen, denn an so einem Standort sind Pilzkrankheiten kein Thema. Oder man erwirbt seinen Astern zuliebe ein solches. Sollte dies an den pekuniären Möglichkeiten scheitern, bleibt noch die Herbstastern zwei bis dreimal pro Jahr vorbeugend zu spritzen, das hilft auch und kostet nicht ganz so viel wie ein Seegrund. Die billigste Variante ist freilich die weiß bemehlten einfach Blätter zu ignorieren und sich an dem spätherbstlichen Blütenreichtum zu erfreuen.   

Ing. Veronika Schmeikal


 
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