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Es ist noch nicht zu spät




Von Riesen und Zwergen

Ein bisschen wie „Dick & Doof“ wirken die Zwiebeln und Knöllchen von Kaiserkrone und Winterling nebeneinander aufgelegt.

Spät, aber noch nicht zu spät ist es, Blumenzwiebeln unter die Erde zu bringen. Solange der Boden noch offen ist, sollte man die Gelegenheit nutzen, die in Keller und Garage dahingammelnden Blumenzwiebeln einzupflanzen. Blumenzwiebeln einzukaufen ist ja ein sinnliches Vergnügen: All die schönen bunten Bilder, die im Herbst schon wieder den Frühling versprechen, motivieren einen dieses und jenes Zwiebelpäckchen zu erstehen. Die Sinnlichkeit lässt rapide nach, wenn die Zwiebeln dann bei unwirtlichem Wetter in den Boden versenkt werden sollen. Daher parkt man sie im Keller/in der Garage/am Balkon und so manche Blumenzwiebel hat den Frühling nicht im Boden sondern immer noch im Sackerl erlebt. Daher ist jetzt allerhöchste Zeit den inneren Schweinehund zu überwinden und die halbwegs milden Tage zu nutzen. Ich nutze die Zeit noch auf Zwiebelblumen hinzuweisen, die nicht Tulpe, Narzisse oder Krokus heißen.Ein beachtliches Gegensatzpaar in Gelb sind Kaiserkrone und Winterling. Da letzterer im Frühling schon einmal Star dieser Kolumne war, wird er heute stiefmütterlich behandelt. Dass die Knöllchen beim raschen Hinsehen an getrocknete „Gamsbemmal“ denken lassen, glaube ich noch nicht erwähnt zu haben. Sie sind aber im Gegensatz dazu geruchlos. Und damit sind wir schon Richtung Kaiserkrone geschwenkt: Der Geruch! Dabei ist Geruch ein harmloses Wort für den fauligen Aasgeruch, den die riesigen Zwiebeln verströmen. Nämlich wirklich verströmen. Da muss man nicht die Nase `ranhalten, der Geruch sucht sich die Nase schon. Der Winterling ist ein Winzling und die Kaiserkrone dagegen ein fette Matrone, die ihre majestätischen Glocken auf einem meterhohen Stiel trägt. Netterweise riechen die aber nicht. Der Aasgeruch ist der Zwiebel vorbehalten, der auch nachgesagt wird Wühlmäuse zu vertreiben. Ich habe da meine Zweifel. Wohl ist es so, dass eine Wühlmaus die Zwiebel der Kaiserkrone nicht anfrisst, die in einigen Metern Entfernung versenkten Tulpenzwiebeln werden aber trotzdem genüsslich verspachtelt. Man müsste also seinen Garten mit Kaiserkronen regelrecht zupflastern, um einen wirksamen Schutz zu erreichen. Ob das sinnvoll ist? Lieber mit einer Kippbügelfalle auf Jagd gehen, oder die Katze aushungern (Abrichten geht meistens nicht, die sind zu stur). Zurück zu den prächtigen Blüten, die es in Gelb, Orange und Braunrot gibt. Die gelbe Sorte ’Lutea Maxima’ ist aber mit Abstand die schönste. Die Kaiserkrone trägt ihr majestätisches Gehabe auch im botanischen Namen vor sich her: Frittilaria imperialis heißt sie. Dass sie von den unbeliebten Nagern verschmäht wird, mag eventuell auch daran liegen, dass die Zwiebel giftig ist? Wie auch immer – sie blühen wunderbar und das mag uns genügen.

Grüne Oase:

Nasse Füße

Die grüne Oase hat ja schon wiederholt darauf hingewiesen, dass ein Großteil der Pflanzen mit fallweiser Trockenheit viel besser zu Rande kommt als mit Dauergatsch. Sind Pflanzen einmal so trocken, dass sie keinen Schatten mehr werfen, ist die Lage bedenklich und schleunigste Wasserzufuhr das Gebot der Stunde. Meistens stehen die welken Triebe und Blätter aber wieder auf (ein paar Verluste sind logisch). Im Gegensatz dazu sind Pflanzen, deren Übertopf bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist und der Besitzer gießt noch fleißig drauf, weil sie ja hängen, oft nicht mehr zu retten. Bei tagelangem Wasserstand ersticken die Wurzelhärchen, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig sind. Durch das Wegschütten des Wassers sind sie auch nicht zu retten. Für fleißige Gießer bieten sich vergleichsweise wenige Pflanzen an, die so eine Behandlung ertragen. Aber immerhin, ein paar Hartgesottene gibt es, die nasse Füße vertragen, teilweise sogar lieben. Da wäre einmal der Zimmerbambus, dessen frisches Grün auch Katzen zu schätzen wissen. Gerne hat er in seinem Untersetzer einen Zentimeter Wasser stehen. Bei zu trockenem Stand, bekommen die Blätter braune Spitzen. Das Zyperngras, das sich im Jugendstadium oftmals als „Katzengras“ tarnt, ist ebenfalls ein Liebhaber feuchtfröhlicher Verhältnisse. Bei den blühenden Pflanzen bieten sich Azaleen für Vielgießer an. Sie stehen zwar nicht gerne im Wasser, brauchen aber sehr viel davon.

Text: Ing. Veronika Schmeikal

Bild: Riesenzwiebel und Miniknöllchen weisen schon auf die spätere Pflanzengröße hin.


 
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