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Immergrüne Hecken




Thujen kontra Kirschlorbeer

 „Ich hasse Thujen“ oder „Nur keine Thujen!“ höre ich oft, und dabei wird alles, was aufrecht wächst und eher nadelige Blätter hat, gleich mit in den Thujen-Topf geworfen. Na gut, zugegebenermaßen wurde die Thuje jahrzehntelang sehr exzessiv als Heckenpflanze verwendet - zuerst Thuja ’Brabant’, in den letzten zehn Jahren fast nur noch Thuja ’Smaragd’. Diese übermäßige Verwendung dürfte langsam aber stetig die Aversionen gegen diese Pflanze gesteigert haben. ABER: Wer Thujen pflanzt, möchte sich blickdicht abschotten und das auch im Winter (obwohl man da eh selten nackt im Garten ’rumläuft). Und sooo viele Alternativen gibt es hier nicht! Die Eibe wäre eine solche, ist aber deutlich teurer und schwermütiger, da fast schwarzgrün benadelt. Dann gibt es noch Scheinzypresse (Chamaecyparis), das ist zwar was völlig anderes, wird aber trotzdem vom Laien als Thuje abgekanzelt, da Wuchs- und Nadelform sich ähneln. Serbische Fichte ist erst  ab 1000 m² sinnvoll, die wird einfach zu breit für kleine Gärten, Ilex ist wunderhübsch, aber ungemütlich, weil höchst stachelig und nicht so dicht. Buchs ist eine schöne und langlebige Möglichkeit sich rundherum dauerhaft zu begrünen, aber da muss man entweder viel Geld oder viel Langmut haben. Bei einem Zuwachs von zehn Zentimetern pro Jahr verwundert es nicht, dass Buchs ein kostbares Gehölz ist, denn das heißt zehn Jahre braucht ein Buchs für einen Meter Höhe! Und wenn man kniehohe Ware pflanzt, kann man sich ausrechnen, wie lange man auf die „totale Abschottung“ warten muss. Dem Immergrünen Liguster ist in Salzburg zu kalt, er mutiert meist recht flott zum „Immertoten Liguster“ und dann ist bei den immergrünen Gehölzen auch schon „zamg’ramt“, wie man so schön sagt. Die Geschichte lehrt uns, dass die Menschheit immer wieder die gleichen Fehler macht, und das, was in den letzten 30 Jahren an der Thuje verbrochen wurde, passiert jetzt gerade mit Kirschlorbeer. Wohin ich auch blicke: Neue gepflanzte Hecken bestehen derzeit ausschließlich aus Kirschlorbeer. Bis zum Abwinken werden die lederblättrigen Gehölze gepflanzt. Das freut den Dickmaulrüssler sicherlich, dass seine Leibspeise so massiv aufgepflanzt wird und ich zähle ab sofort die Jahre bis ich zum ersten Mal höre „Ich hasse Kirschlorbeer“ oder „Nur keinen Kirschlorbeer!“ Generell ist vom Boom der 70er Jahre, in denen massiv Nadelgehölze gepflanzt wurden, wenig geblieben. Damals wurden „Koniferen“ hauptsächlich mit dem Argument an den Mann gebracht, dass sie viel weniger Arbeit machen, da das lästige Laubrechen im Herbst wegfällt. Mittlerweile haben sie fast ein Negativimage, und das wiederum ist höchst ungerecht. Vor lauter Krampf nur ja keine Nadelgehölze mehr zu pflanzen, sind die Gärten im Winter nur noch kahl und braun. Die grünen Gerüste fehlen! Sicherlich gibt’s Buchs, Ilex und Kirschlorbeer, aber das Tolle an den Nadelbäumen ist ihre farbliche Vielgestaltigkeit. Gelbspitzige Scheinzypressen, blaunadelige Säulenwacholder, frischgrüne Kugelthujen, gelbe Fadenzypressen und graugrüne Mähnenzypressen: Viele verschiedene Nadelfärbungen und Wuchsformen machen einen Garten auch in der blattlosen Zeit attraktiv. Daher: Mut zum Nadelgehölz und dreimal überlegen, bevor man sich eine Kirschlorbeerhecke zulegt!

 Immergrüne JETZT einweichen! 

Ganz gleich, ob Sie eine Thujen- oder Kirschlorbeerhecke Ihr Eigen nennen: Die winterlichen Ansprüche sind ident. Alle Pflanzen, die im Winter belaubt sind (ob mit Blättern oder Nadeln ist völlig wurscht) verdunsten bei warmen Temperaturen Wasser und brauchen daher Wassernachschub. In der Erde ausgepflanzt ist das kein Problem, die Bodenfeuchte in der kalten Jahreszeit ist meist ausreichend. Bewässern sollte man unbedingt bei überdachtem Stand und bei Gehölzen, die in Gefäßen wachsen. Und zwar genau jetzt darf man Buchs, Rhododendron, Säulenthuje und alle anderen, die sich grün durch den Winter bringen, kräftig einweichen. Viele Gehölze, die im Winter diverse Hauseingänge zieren erfrieren nicht, sondern vertrocknen, weil niemand daran denkt, dass sie auch ein Wasser mögen täten (Deutschlehrer wegschauen!). Im Herbst neu gepflanzte Hecken mit Immergrünen darf man auch kräftig begießen, damit die noch nicht gut eingewurzelten Pflanzen genug Wasser saufen können.  

Ing. Veronika Schmeikal


 
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