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Glücksbringer




Glücksbringer  

Grüne Glücksboten sind ein beliebtes Mitbringsel zur Sylvesterparty: Nr. 1 ist hier der Glücksklee.  

Das Glück ist ein Vogerl, und das werden wir im kommenden Jahr wieder einzufangen versuchen. Nimmt man sich zumindest am Jahresanfang vor und damit dieses Unterfangen glückt, gerne einen Glücksbringer in Anspruch. Da hat sich ein eigenartiges Sammelsurium von Dingen zusammengefunden, die allesamt Glück bringen sollen: Fliegenpilze, Hufeisen, Rauchfangkehrer, Schweinderl und vierblättriger Klee. Extrem viel Glück muss dann auf alle Fälle eine Kombination von mehreren Glücksbringern bringen: Zum Beispiel das Schweinderl mit dem Kleeblatt im Mund. Natürlicherweise würde ein Ferkel aber niemals zu so einem Glücksklee kommen, wie wir Gärtner ihn zu Sylvester unters Volk bringen: Der Glücksklee stammt ursprünglich aus Mexiko, ist dort zwar mehrjährig, bei uns aber nicht winterhart, sodass ihn daher nicht einmal glückliche Schweine mit Wiesenfreilauf finden und fressen können. Würden sie vielleicht auch gar nicht mögen, denn Oxalis deppei gehört der Familie der Sauerkleegewächse an und genauso schmeckt er auch - sehr sauer! Das macht die Oxalsäure, die in größeren Mengen genossen auch nicht gesund sein soll. Aber ein paar säuerliche Blatterl kann man schon verspeisen, ohne gesundheitliche Beschwerden befürchten zu müssen. Der Sauerklee tritt in zwei verschiedenen Formen auf: Grünblättrig und mit braunem Herz. Die Blütenfarbe ist bei beiden ein kräftiges Himbeerrosa, aber das erlebt kaum ein Kleebesitzer, denn dazu müsste man den Glücksklee bis in den Hochsommer „hinüberretten“ und das Durchhaltevermögen haben die wenigsten. Wen also das Glück immer nur hinter sich herrennen lässt, der sollte einfach mal damit anfangen, seinen Glücksklee länger zu pflegen – das hilft sicher! Diesen Zusammenhang kann mein Mann zwar gar nicht erkennen, denn ich hätte – mit ihm – schließlich ein Riesenglück, obwohl mein jährlicher privater Glücksklee immer ganz schnell an Vernachlässigung eingeht. Am Klee allein kann es also nicht liegen, folgert er, aber ich halte mich in Punkto Glücksklee lieber an den Spruch, „Wenn’s net hüft, so schadt’s net“.Beliebt sind zu Sylvester auch schon erste Frühlingsboten: kleine Pflanztulpen und Tulpen für die Vase konkurrieren mit den ersten Primeln um die Wette. Duftende Hyazinthen werden als Topf- und Schnittblume angeboten. Zimmerazaleen sind, vorausgesetzt man ist ein fleißiger Gießer, dankbare Neujahrsboten, ebenso wie kleine Zyklamen, die mit warmen Zimmertemperaturen besser zurecht kommen als die großblütigen Sorten.  

Grüne Oase: 

Lesend gärtnern 

Wenn man in tropischen Gefilden urlaubt, frisst einen oft der Neid, was da an Prächtigkeiten wächst und vor allem das ganze Jahr hindurch! Aber genau besehen, will ich unsere Jahreszeiten gar nicht gegen zwölf Monate Sommer tauschen. Jetzt ist endlich einmal Ruhe im Garten und gut ist es! Keine unkrautübersäten Beete schauen vorwurfsvoll zum Fenster herein, kein Tomatenkübel schreit „Wasser! Sofort! Ich sterbe gerade!“, kein Samenpackerl grinst frech aus der Sämereienkiste heraus und vermittelt hämisch „Schon wieder übersehen, vor zwei Monaten hättest Du mich aussäen müssen“. Ruhe ist, und gut ist es. Endlich Zeit sich dem Bücherstapel zu widmen, der übers Jahr ebenso gewachsen ist wie das Unkraut und der immer warten musste, weil der Garten lauter schrie. Zuerst werden die Krimis weggelesen, das geht ratzfatz und dient der raschen Befriedigung der Leselust. Wenn der erste Lesehunger gestillt ist, geht’s an die Bücher, die man nicht in zwei Abenden durch hat. Viele „grüne“ Bücher haben sich da angesammelt. „Die Damen mit dem grünen Daumen“ ein wunderschönes Buch über gärtnernde Damen im Laufe der Jahrhunderte, manche wohlbekannt wie Vita Sackville-West, andere noch nie gehörte wie Luise Ulrike von Schweden. Julia Kospachs köstlich zu lesende „Notizen vom Dachgarten Eden“ verschlinge ich zum zweiten Mal und entdecke dann eine neue Gartenbibel für alle, die ab und zu ein Schneidwerkzeug in der Hand haben: „Alles über Gehölzschnitt“ von Helmut Pirc. Ein geniales Buch, zu dessen Lektüre man alle „Gehölzschnipsler“ verdonnern müsste.   

Ing. Veronika Schmeikal


 
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