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Blühendes und Grünendes fürs Zimmer




Blühendes und Grünendes fürs Zimmer 

Im Garten gibt es gerade wirklich nichts zu tun, außer Obstbäume schneiden. Im Zimmer dagegen kann man mit Grün- und Blütenpflanzen etwas für seine Gesundheit tun.  

Es ist ja kein Geheimnis, dass Grünpflanzen Giftstoffe aus der Luft filtern, dabei werden Formaldehyd und Benzol besonders oft genannt. Als effektive Schadstoffkiller gelten Grünlilie (Chlorophytum), Birkenfeige (Ficus benjamina), Efeutute (Epipremnum), Einblatt (Spathiphyllum), Kolbenfaden (Aglaonema) und Drachenbaum (Dracaena deremensis). Aber im Grunde verbessert jede Zimmerpflanze das Raumklima, einfach dadurch, dass sie tut was sie tun muss – assimilieren, sprich Photosynthese betreiben. Das „Abfallprodukt“ der Photosynthese ist Sauerstoff, den die Pflanzen freundlicherweise ausscheiden und uns zur Verfügung stellen. Überhaupt sind Pflanzen die genialsten  Lebewesen auf unserer Erde, ohne die uns bald Luft, Nahrung und Energie ausgehen würde. Man stelle sich den Menschen vor, wenn er von Wasser, Kohlendioxyd und Wärme leben müsste! Er würde recht schnell erschlanken. Pflanzen hingegen produzieren aus diesen niederkalorischen (recht sättigend ist nichts von dem) anorganischen Verbindungen mit Hilfe von Chlorophyll eine hochenergetische, organische Substanz, nämlich Traubenzucker. Der wird zum Masseaufbau verwendet, die Pflanze bildet Holz, Blätter, Blüten und Früchte. Lauter Dinge, die wir verwerten indem wir sie futtern, verfüttern oder verbrennen. Ganz schön alt würden wir ausschauen ohne Pflanzen. Und ganz schön erschreckend finde ich, dass so viele in der Unterstufe in Biologie geschlafen haben, denn wenige findet man, denen diese Zusammenhänge bewusst sind. Damit man angesichts dieser schwerwiegenden Gedanken nicht in Schwermut verfällt, haben die Gärtner die Blütenpflanze erfunden, die man sich zum Zwecke der Aufheiterung ins Zimmer stellt. Und da ist gerade Hochsaison von Zyklamen, Azaleen und Amaryllis. Erstere mögen ein heizungsfernes Plätzchen, während Azaleen mit warmen Temperaturen bestens zurechtkommen, wenn sie ausreichend bewässert (am liebsten regelmäßig getaucht) werden. Amaryllis ist jede Temperatur recht, solange es nicht friert. Bromeliengewächse wie Guzmania und Aechmea sorgen für lange haltende Blüten, wenn man sich mit der etwas starren Blattrosette anfreunden kann. Wer eine Aloe zuhause hat, kann ab sofort nach Blüten Ausschau halten. Irgendwann zwischen Jänner und Mai schiebt sich der Blütenstand aus der Rosette, sofern die Pflanzen im Winter nicht zu warm hatten. Auch die im Vorjahr hier vorgestellte Jacobinia hat wieder zu blühen begonnen. Eigentlich dürfte sie erst seit dem Jahreswechsel, aber sie hält sich nicht an Literaturangaben und blüht bereits seit Mitte November unbeirrt vor sich hin. Orchideen sind, was Blütenreichtum und Haltbarkeit der Blüten betrifft, eine sichere Bank. Gerade jetzt beginnen auch andere Arten zu blühen, als die allgegenwärtigen Phalaenopsis. Schon in den Startlöchern stehen die Blütenschäfte der Clivie. Das kräftige Orange kontrastiert schön mit den sehr dunklen Blättern, die paarweise erscheinen. Wie die Schusterpalme ist auch  das Riemenblatt, wie Clivia zu deutsch heißt, eine Pflanze die immer schöner wird, je älter sie ist. Die beim Kauf eher schwächlichen Pflanzen wachsen sich im Laufe der Jahre zu mehr breiten als hohen Blumenstöcken zusammen, die eine Vielzahl der orange blühenden Blütenstiele hervorbringen. Sie sind  ebenso langlebig wie Schusterpalmen und kommen wie diese mit wenig Licht bestens zurecht. Dann kommen statt 15 halt nur 12 Blütentriebe. Als Amaryllisgewächs mag die Clivie, bis ihre Blütenstiele etwa 10 Zentimter hoch sind, eher trocken gehalten werden. 

 Ing. Veronika Schmeikal 


 
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