Aktuelles Termine

Frühling




Frühling lässt sein blaues Band…?  

Da hat der Winter mit seinem weißen aber noch mal kräftig dazwischengefunkt!

 Und wir Gartensüchtige, die wir vor zwei Wochen schon freudig Schneeglöckchen und Frühlingsknoten begrüßt haben, haben Gartenhandschuhe, Schere und Setzschaufel noch mal in den Keller getragen. Aber jetzt! „Am Wochenende kehrt der Frühling zurück“ behauptet die SN-Wetterseite zum Zeitpunkt, da diese Kolumne entsteht. Mal sehen, ob’s wahr wird. Dann aber gibt es kein Halten: Stiefmütterchen, Bellis, Primeln, Hornveilchen, Ranunkeln, und und und warten darauf, Schalen vor Hauseingängen zu behübschen und bunte Fröhlichkeit am Balkon zu verbreiten. Über nächtliche Minusgrade muss man sich bei all diesen Frühlingsblühern keine großen Gedanken machen. Ein paar Grade halten sie locker aus, nur wenn es in der Nacht kälter als minus drei Grad wird, sollte man sie für die Nacht ins Haus holen. Nicht, dass sie diese Temperaturen nicht überleben würden – aber schöner werden sie bei solch kalten Nächten natürlich nicht. Bei Zwiebelblumen wie Narzissen, Tulpen, Krokussen, Hyazinthen, Blausternchen und Schneeglöckerl sind solche Rettungsaktionen überflüssig. Sie halten alles aus, was sich um diese Jahreszeit „outdoor“ abspielt. Die ewige Sucht „Neues“ präsentieren oder haben zu müssen ist zwar ein bisserl krankhaft, ganz kann man sich dem aber nicht entziehen, daher nun zu den Frühlingsneuheiten 2010: Jene Züchterfirma, die uns vor 15 Jahren den „Herbstzauber“ beschert und seitdem jährlich aktualisiert hat, ist natürlich auch bei Frühlingsblumen aktiv und hat eine Pflanze aus dem Hut gezaubert, die eigentlich ein alter solcher ist: Goldlack. Er ist schon ein paar hundert Jahre in gärtnerischer Kultur, seine Bedeutung als Zierpflanze hat in den letzten 50 Jahren aber rapide abgenommen. Nun erlebt er eine Renaissance und das ganz zweifellos deshalb, weil es gelungen ist, neue, attraktive Farben zu züchten, die das bisherige „Fad-Image“ mit einem Wisch vom Tisch fegen. Die Farben der neuen Goldlacksorten stehen ihren hübschen Namen, die da heißen ’Lavender’, ’Lilac’, ’Winter Sun’ oder ’Winter Rouge’, in nichts nach: Sie sind absolute Hingucker. Vor 20 Jahren hat der Goldlack noch den leicht zu merkenden Namen Cheiranthus cheiri gehabt, mittlerweile figuriert er unter Erysimum cheiri. (Das ständige Namen-Umlernen ist schon eine Plage!!) Gleich geblieben ist Gottseidank seine Ausdauer beim Blühen, denn bis in den Frühsommer hinein erfreut der Schöterich (sein zweiter deutscher Name) mit seiner Blütenpracht. Da wird ihm von den Stiefmütterchen Konkurrenz gemacht. In schattigen Lagen haben die jetzt schon bis zum St. Nimmerleinstag geblüht, solange zumindest, bis sie irgendwann im Sommer vom Mehltau erlegt wurden. Nun gibt es aber gar „immerblühende“ Stiefmütterchen, die steril sind, d.h. keine Samen ansetzen und daher noch länger durchhalten. Fragt sich nur: Wer will den ganzen Frühling, Sommer und Herbst das gleiche Stiefmütterchen anschauen? 

Die Schnecken sind los!

Jetzt nicht lachen: Aber sobald der Schnee uns diesmal (hoffentlich endgültig) unter den Sohlen schmilzt, sollten Sie schleunigst gegen die schleimigen Kriecher ins Feld ziehen. Und zwar weder mit Bierfalle (schade ums Bier!) noch mit Eierschalen, Kaffeesud und was es sonst noch so an (Geheim-)rezepten gibt, sondern schlicht und ergreifend mit Schneckenkorn. Wenn Sie Ihre Beete genau unter die Lupe nehmen, entdecken Sie eine Vielzahl winzig kleiner schwarzer Nacktschnecken, die sich  prophylaktisch schon mal dort versammeln, wo in wenigen Wochen der Rittersporn austreiben soll, oder man geplant hat Dahlienknollen zu versenken. Aus den winzig kleinen Schnecken werden größere und, was viel schwerer wiegt, gefräßigere. Sie sind auch äußerst vermehrungsfreudig. Wer sich jetzt bequem zurücklehnt, braucht nach dem großen Regen (meist pünktlich zu Beginn der Schulferien) auch nicht mehr aktiv werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kampf nämlich bereits hoffnungslos. JETZT haben Sie dagegen noch gute Chancen der schleimigen Plage Herr zu werden. Daher: Hopp, hopp in den Garten und einmal rundgestreut. Im Übrigen muss man die Schnecken mit dem Korn nicht erschlagen, wenn Sie die Aufwandmenge laut Packungsangabe dosieren, werden Sie feststellen, dass das Vergnügen gar kein so teures ist. Wichtig ist nur: Nicht nachlassen! Soll heißen: Regelmäßig nachstreuen. 

Text: Ing. Veronika Schmeikal

Bild: Wunderschöne. Kräftige Farben haben die neuen Goldlacksorten zu bieten. Im Bild die Sorte ‚Winter Rouge’


 
Zurück zur Übersicht