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Farne verschönern den Garten




Farne verschönern den Schatten

Die Farne sind eine uralte Pflanzengattung, welche sich vor allem im schattigen Bereich des Gartens wohlfühlen. Wie die Bärlapparten und Schachtelhalme gehören sie zu den sogenannten Gefäßporenpflanzen, deren wichtigste Merkmale die Ausbildung von Sporen und der Generationswechsel sind. Die Geschichte der Farne beginnt vor mehr als 400 Millionen Jahren. Zu einer Zeit als es noch keine Samenpflanzen gab bildeten die ersten Farne riesige Wälder, welche uns heute noch als Steinkohle erhalten geblieben sind. Diese ursprünglichen Farne wurden bis zu 30 Meter hoch. Heute gibt es keine dieser monströsen Farnarten mehr, nur in den Tropen haben sich einige kleinere baumartige Farne erhalten können. Farne sind weltweit verbreitet, bis auf wenige lichtliebende Arten kommen fast alle Farne ausschließlich an schattigen und feuchten Standorten z.B. Wälder, Mauerritzen, Felsspalten, Schluchten oder Bachufern vor. Die höchste Artendichte befindet sich in den Tropen

In Europa wird der größte Farn bis zu 2 Meter hoch, es handelt sich dabei um den Adlerfarn. Im Mitteleuropäischen Raum kommen momentan noch 17 Gattungen mit knapp 50 Arten vor. Weltweit gibt es hingegen 320 Gattungen der Farne und mehr als 12000 Arten.

Der Grundsätzliche Aufbau eines Farnes besteht aus drei Grundorganen: Wurzel, Spross bzw. Stamm, Blatt. Die mitteleuropäischen Farne sind meist krautige Stauden welche sich im entweder im Herbst einziehen oder immergrün sind. Das Wurzelsystem ist meist ein Rhizom welches sich bei den meisten Farnen flach unter der Erde befindet. Einige Arten bilden auch Ausläufer mit denen sie den Boden Teppichartig überziehen. Die Ausläufer einiger Farne (z.B. Trichterfarn) können im Garten durchaus problematisch werden, sorgen aber für einen schnellen und dichten Bestand. Das Blatt besteht aus einem Blattstiel sowie einer Blattspreite (der Wedel). Die Fortpflanzung erfolgt im Gegensatz zu Blütenpflanzen über Sporen. Die Sporenbehälter sitzen meist auf der Unterseite des Wedels, nur bei vereinzelten Farnarten können die Sporenbehälter auch auf eigenen Trägerblättern gebildet werden. Die Sporen reifen in Regel zwischen Juli und November und werden vom Wind verbreitet. Bei optimalen Umweltbedingungen entwickelt sich aus den Sporen eine kleine Scheibe, ein Vorkeim welcher männliche und weibliche Geschlechtsorgane trägt.
Dieser Vorkeim Befruchtet sich mit Hilfe von Wasser selbst, so dass aus dem Vorkeim eine neue Farnpflanze entsteht. Dieser Wechsel vom geschlechtlichen Vorkeim zur ungeschlechtlichen Pflanze wird als Generationswechsel bezeichnet.

In Mitteleuropa stammen die Farne ursprünglich aus dem Wald, daher lieben sie meist schattige kühle Plätze. Der Boden sollte feucht und humos allerdings nicht zu sauer sein. Da sich der Garten mit den Jahren verändert und so manches schöne Blumenbeet durch den stets größer werdenden Schattenwurf der Bäume und Sträucher weichen muss bieten sich Farne als ideale Nachbesetzung bzw. als passende Komponente für ein Schattenbeet an. Um ihren Anspruch an den humosen Boden gerecht zu werden empfiehlt es sich noch vor dem Auspflanzen eine größere Kompostgabe auf den Boden zu machen. Bei Neubepflanzungen empfiehlt sich eine Einarbeitung einer ca. 5 cm hohen Kompostgabe in den gelockerten Boden. Farne haben eine besonders attraktive Gruppenwirkung, um diese zu erhalten sollten bei den kleineren Arten mindestens drei Exemplare gepflanzt werden, bei größeren Arten reicht eine Pflanze die mit anderen Schattenpflanzen bzw. Farnen kombiniert wird. Sehr schön wirkt auch eine gestaffelte Pflanzung, dabei werden mehrere Farnarten der Größe nach ausgepflanzt. Die großen Farne stehen im Hintergrund, während die immer kleiner werdenden Arten davor gepflanzt werden. Wer etwas mehr Farbe zwischen seinem Farnbeet haben möchte kann im Herbst noch einige Blumenzwiebel in die Zwischenräume der Bepflanzung geben.

Mit Ausnahmen der beiden Farnarten Asplenium und Athyrium stehen alle Farnarten unter Naturschutz, das Ausgraben im Wald ist daher nicht gestattet. Wer seinen Garten nicht unbedingt vom Trichterfarn durchwuchern lassen will kann sich auch anderer Farnarten bedienen: z.B. der Frauenfarn (Athyrium filix-femina), diese Art liebt feuchte Standorte und wächst nur mäßig. Der Regenbogenfarn (Athyrium niponicum) hingegen bringt asiatischen Flair in ihren Garten, seine Wedel sind rötlich überlaufen. Seine Sorte ‘Metallicum‘ wird lediglich 40 cm hoch und verfügt über eine auffallende rote Zeichnung. Der Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium) hingegen verblüfft mit seinem gefransten Wedel. Wählt man die Sorte ‘Crispa‘ so verfügt der Wedel über eine Dauerwelle. Auf sauren Böden empfiehlt sich der Rippenfarn (Blechnum spicant), dieser bevorzugt Böden mit tiefem pH-Wert. Für basische Böden eignen sich hingegen  Farnarten wie der Hirschzungenfarn (Phyllitis) oder der Streifenfarn (Asplenium). Für die Kombination mit Farnen eignen sich Astilbe, Herbstanemone, Silberkerzen sowie Purpurglöckchen.


Text: Josef  Putz


 
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