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Kindergarten




Kindergarten 

Ein schöner Garten und Kinder im Garten sind ein Antagonismus. Oder?

 Wenn eine räumliche Trennung in „schöner Garten“ und „Garten für Kinder“ aus Platzgründen nicht möglich ist, sollte man sich vielleicht eine zeitliche Trennung überlegen. 15 Jahre lang gehört der Garten den Kindern, mit ihren wachsenden, besser: wechselnden Bedürfnissen. Und dann darf man endlich wieder schalten und walten, wie man will. Sagt die graue Theorie. In der Praxis kriegen nicht alle ihre Kinder auf einen Tusch, sondern manchmal verteilt sich der Kindersegen auf ein (bis zwei) Jahrzehnt(e). Da muss man dann schon verdammt lange warten, bis man den Kindergarten wieder in einen schönen Garten verwandeln darf. Dieses Konzept funktioniert also nur bedingt. Die bessere Möglichkeit, Kindergarten und schönen Garten zu vereinen, ist wohl, die süßen Kleinen mit dem Gartenvirus zu infizieren und das ist eigentlich ganz leicht. Interessieren tun sie sich eh für alles. Meist haben sie auch so ein „ich-möchte-die-Welt-sauber-halten-und-retten“-Syndrom und das korreliert bestens mit Umweltschutz, Natur und dem eigenen Garten. Dann empfiehlt sich die Anpflanzung von ein, zwei robusten Sträuchern, wie Haselnuss und/oder Holler, die können dann mit einem Stecken (=Schwert) gedroschen (=bekämpft) werden, ohne dass sie es übel nehmen. Und dazu sind beides „erntefähige“ Gehölze und ernten ist etwas Archaisches, das zieht nicht nur Kinder in seinen Bann. Der „Naschgarten“ als Köder funktioniert fast immer und wenn man zuhört, was der Nachwuchs zum Thema „eigene Ernte“ so herumerzählt, muss für Außenstehende der zwangsläufige Eindruck entstehen, man sei zu 90% Selbstversorger in Sachen Obst und Gemüse. Die zwei Radieschen, die sie  aus dem Boden gezogen und das halbe Kilo Kartoffeln, das sie aus der Erde gewühlt haben, hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Beerntbare Pflanzen, die sich ganz leicht aus Samen ziehen lassen, sind Kapuzinerkresse, Feuerbohne, Rukola und Kürbis. Faszinierend finden Kinder aber auch, wenn sie draufkommen, dass man 0815-Wiesenblumen wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Brennnessel auch verspeisen kann. Für Naschkatzen bieten sich Monatserdbeeren und Kirschtomaten an, beides gibt es als Pflanzen zu kaufen, die allerdings noch etwas zulegen müssen, bevor eine Ernte möglich ist. Aber man erntet noch in der gleichen Saison und schnelle Erfolge sind wichtig für kleine Gärtner. Blumen, die sich leicht aus Samen ziehen lassen und bei denen man noch im gleichen Jahr ein Erfolgserlebnis hat, sind: Tagetes, Sonnenblumen und Ringelblumen.Alles in allem lassen sich Kinder viel leichter für Pflanzen begeistern, als man glauben würde und vom gemeinsamen Arbeiten im Garten bleiben köstliche Aussprüche in Erinnerung, wie jener des Erstlings, der mit rund zwei Jahren beim Eintopfen von Jungpflanzen des Roten Sonnenhuts hilft. Er darf die Töpfchen mit Erde füllen, ich pikiere die Sämlinge hinein. Nach vollbrachtem Werk betrachten wir die frisch getopften Pflanzen und unsere erdegeschwärzten Hände und der Sprössling sagt stolz: „Gell, Mama, wir sind Gärtnerin!“Buchtipp: Gartenzwerg + Gänseblümchen; Das Gartenbuch für kleine Gärtner; ISBN 978-7667-1763-4

Bohnenkraft

Ein beeindruckendes Experiment lässt sich mit Kindern ganz leicht durchführen. Man braucht: ein Sackerl Bohnensamen (Sorte egal), einen Plastikbecher und Bastelgips (Pulver zum Anrühren). Man rührt den Gips sehr flüssig in dem Plastikbecher an. Versenkt wenige Bohnensamen darin, was gar nicht so leicht ist, weil die immer hochkommen, und lässt den Gips aushärten. Nach einer halben Stunde ist der Gips steinhart, von den im Gips versenkten Bohnen sieht man nichts mehr. Beim Kontakt mit Wasser beginnt der Bohnensamen zu quellen, der Keimvorgang hat begonnen. Nach 4-7 Tagen erkennt man erste Risse im Gips. Die keimenden Samen haben soviel Kraft, dass sie den harten Gips sprengen. Die Keimblätter entwickeln sich, dann die ersten beiden Laubblätter. Sobald die Pflanze grüne Blätter hat, beginnt die Fotosynthese, die kleinen Sämlinge können nun autotroph leben. Lässt man sie im Gipsbecher stehen, sterben sie aber mangels Wurzelraum und Nährstoffen schließlich ab. 

Text: Ing. Veronika Schmeikal

Bild: Die erste Ernte des Jahres: Bärlauch. Diesmal müssen die Nudeln nicht „mit ohne“ sein, denn Selbstgepflücktes essen fast alle Kinder.     

Bild:„Bohnenkraft“ – die Samen der Bohnen sprengen beim Keimvorgang den harten Gipsklumpen.

 


 
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