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Pfingstrosen




Pfingstrosen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Pfingstrosen genau zu Pfingsten blühen, geht gegen Null. Auch heuer werden sie das nicht tun.  

Pfingstrosen sind Matronen. Fett und prächtig sitzen sie im Garten, völlig unbeeindruckt davon, was neben und um sie herum passiert. Im Frühling sprießen die oft rötlich gefärbten Triebe fleischig aus dem Boden und behaupten ihren Standort dickfellig gegen dazukombinierte Stauden. Wenn auch andere schnellwüchsiger sind und die prächtigen Paeonien bedrängen - Pfingstrosen lösen ihre Probleme wie hierzulande viele Politiker: mit Aussitzen. Jahrzehnte bleiben sie am Standort, ohne dass die Blütenfülle nachlassen würde. Andere mögen wilder wachsen, sich schneller ausbreiten, höher werden, Paeonien überleben sie alle und behaupten mit dieser Strategie ihr Territorium. Alle Pflanzen, die so groß werden und so langlebig sind, sind in ihrer Entwicklung anfangs etwas zögerlich. So braucht es einige Jahre, bis sich aus dem gekauften Pflanzerl eine stattliche Pflanze zurechtgewachsen hat. In den Staudengärtnereien wächst das Sortiment rasant, besonders Wildarten wurden in den letzten Jahren viele ins Programm genommen. Zu diesen habe ich selbst ein etwas gespaltenes Verhältnis. So schön die einfachen Blüten mit den klaren Farben sind, so kurzlebig ist die Einzelblüte. In unseren immer kleiner werdenden Gärten sind Sorten, deren Blütezeit möglichst lange dauert, natürlich sinnvoller. Und in Sachen Länge der Blütezeit haben gefüllt blühende Sorten gegenüber einfach blühenden Arten eindeutig die Nase vorn. Pfingstrosensammlungen, bei denen man den einfach blühenden Wildarten gefüllte Sorten gegenüberstellen kann, lassen sich nur auf großen Gartenflächen verwirklichen, denn alle Paeonien haben eins gemeinsam: Sie entwickeln üppige Blatthorste, einen halben Quadratmeter braucht eine Pflanze allemal. Ein besonderes Merkmal vieler Sorten ist der Duft. Während einige Arten wie z.B. die allgegenwärtige ’Sarah Bernhardt’ tatsächlich süß duften, muss man bei anderen Sorten schon ein sehr weit gestreutes Verständnis von „Duft“ haben um ihnen diesbezüglich noch etwas abgewinnen zu können. Ich behaupte, dass einige Sorten eher stinken als duften, daher ihre Blüten lieber mit Sicherheitsabstand bewundert werden sollten. Auch verändert sich der Geruch abhängig vom Alter der Blüte. Was bei Aufblühen noch süßlich duftet, kann sich beim Verblühen in einen strengen Geruch verwandeln. Waren in den letzten Jahren die hochsommerlichen Frühlingstemperaturen bereits im April dafür verantwortlich, dass viele Pfingstrosensorten zu Pfingsten schon abgeblüht waren, sorgen die diesjährigen winterlichen Bedingungen dafür, dass die Pflanzen auch kommendes Wochenende übers Knospenstadium nicht hinauskommen. Dem eingefleischten Paeonia-Liebhaber macht das natürlich nicht wirklich etwas aus. Hauptsache die großblütigen Diven blühen überhaupt.  

Tipp: Paeonien-Tage vom 21. – 29. Mai bei Blumen und Garten Veronika Schmeikal. Wir präsentieren ein vielfältiges Sortiment an Stauden- und Strauchpaeonien vom oberösterreichischen Züchter Michael Miely. 

Grüne Oase:  

Staudenpaeonien und Strauchpaeonien 

Die klassischen Pfingstrosen sind Stauden. Das heißt sie sind mehrjährig, winterhart, über den Winter stirbt die Blattmasse ab, sie „ziehen ein“, das heißt sich über den Winter von der Oberfläche zurück und treiben im Frühling aus ihren fleischigen Wurzelstöcken wieder neu durch. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Strauchpaeonien. Sie stammen aus dem Reich der Mitte und Japan, sind Gehölze, d.h. die holzigen Triebe bleiben im Winter oberirdisch erhalten, im Frühjahr erfolgt der Austrieb aus dem Holz. Strauchpaeonien können je nach Sorte bis zu zwei Meter hoch werden, sind sehr oft duftend und decken ein Farbspektrum ab, das bei den Staudenpaeonien viel seltener zu finden ist, nämlich neben Weiß, Rot und Rosa auch Violett und Gelbtöne. Strauchpaeonien stehen am liebsten in humosen, gerne auch leicht sauren Böden und sind als Jungpflanzen frostgefährdet. Neu gepflanzte Exemplare sollte man in den ersten paar Jahren Winterschutz geben, indem man die Pflanzen mit Torf und Falllaub  anhäufelt. Pflanzen die komplett zurückfrieren schaffen meist einen Durchtrieb aus der Wurzel, die Gesamtentwicklung und vor allem das Höhenwachstum verzögert sich so aber natürlich deutlich. Ing. Veronika Schmeikal


 
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