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Zierlauch




Zierlauch

Diese Woche bleiben die Temperaturen im Plusbereich. Eine gute (und vielleicht die letzte?) Gelegenheit noch Blumenzwiebeln unter die Erde bringen! 

Natürlich sagen die Gärtner schon im September „JETZT gehören die Blumenzwiebeln in die Erde!“ Das wäre aus gärtnerischer Sicht und für die Zwiebelblumen der optimale Termin. Aber oft sind die Beetblumen dann noch so schön, dass man es nicht übers Herz bringt, selbige auszureißen um Zwiebeln einzusetzen. Inzwischen hatten wir Bodenfrost und fast alle einjährigen Beetblumen haben das Zeitliche gesegnet. Eine gute Gelegenheit die in Keller und Garage gebunkerten Zwiebeln unter die Erde zu bringen. Und vielleicht haben neben Tulpen, Narzissen und Krokussen auch einige Zwiebeln der Gattung Allium Platz? Allium nennt sich auf deutsch Lauch und bietet neben zahlreichen Arten, die sich zum Verzehr eignen, auch wunderhübsche Vertreter für den Ziergarten. Kräftig lilablaue Kugelblüten mit etwa sechs Zentimetern Durchmesser schieben sich aus den recht kleinen Zwiebeln des persischen Kugellauchs hervor. Wie alle höheren Laucharten eignet sich der etwa einen Meter hoch werdende Allium aflatunense bestens als Lückenfüller. Späte Tulpen sind Mitte Mai abgeblüht, die ersten mittelhohen Stauden wie Akelei, Frauenmantel und Geranium-Sorten blühen erst Ende Mai und Anfang Juni. Allium ’Globemaster’ hat so ausladende Blütenkugeln wie der Riesenlauch (Allium giganteum), der Blütenstiel bleibt aber kompakter. Die Blütenbälle sind so groß wie der Schädel eines Neugeborenen. Eine weiße Sorte ist Allium ’Mount Everest’, deren Blütenkugeln auf rund 120 Zentimeter hohen Stielen sitzen und in der Gruppe gepflanzt besonders eindrucksvoll sind. Den schönsten deutschen Namen hat zweifellos Allium christophii, der Sternkugellauch. Seine Blütenkugeln bekommen Durchmesser von bis zu 20 Zentimeter, die Blütenstiele sind mit 30 bis 40 cm dagegen sehr kurz. Dementsprechend eignet er sich weniger für die Kombination mit höheren Stauden, sondern macht sich am besten in der Nachbarschaft von Steingarten- und Rabattenpflanzen wie Thymian, Fetthenne, niederen Iris, Stachelnüsschen und Hornkraut, sowie kompakten Gräsern wie Blauschwingel und Segge-Arten. Im Knospenstadium schon wunderhübsch ist der Bulgarische Lauch (Nectaroscordum bulgaricum; früher: Allium bulgaricum). Auf dem etwa einen Meter hohen, festen Stiel sitzt ein spitzes Häubchen, das seinen Zipfel frech zur Seite streckt. Dieses Hüllblatt wird von den glöckchenförmigen Blüten dann durchbrochen. Die nickenden, langgestielten Blüten sind grün-rot gestreift und „kleschen“ nicht so wie ein Riesenlauch. Aber eigentlich sind sie sogar viel schöner, wenn man einen zweiten und längeren Blick darauf wirft.  Allen Allium-Arten gemeinsam ist, dass sie außer viel Sonne keine besonderen Ansprüche haben. Sie gedeihen in jedem Gartenboden, solange dieser gut durchlässig ist. Probleme treten nur auf sehr nassen Böden auf, dort können die Zwiebeln „absaufen“, sprich verfaulen. Sie lieben nährstoffreiche Substrate, auf sehr mageren Böden sollte man mit einer organischen Düngegabe bei der Pflanzung und etwas mineralischem Dünger während der Schneeschmelze nachhelfen. 

 Grüne Oase:  

Abschneiden oder Stehenlassen? 

Zu den größten Todsünden im Garten gehört das vorzeitige Abschneiden von Blütenständen. Nämlich dann, wenn der Fruchtstand auch schön anzusehen ist. Das ist bei Lauch-Arten durchwegs der Fall. Der Blütenstand des Riesenlauchs, der im Mai und Juni blüht, ist im Juli und August noch schön anzusehen, ebenso wie die großen Kugeln des Sternkugellauchs. Die Blütenstände vergrünen nach der Blüte zwar, sind aber nach wie vor attraktiv. Abschneiden sollte man hingegen die Fruchtknoten von Tulpen und Narzissen. Die sind nicht so zierend und das Ausbilden der Samen geht nur auf Kosten der Zwiebel. Nicht abschneiden sollte man die Blätter sämtlicher Zwiebelblumen. Hier heißt es geduldig warten, bis das Laub von selber welk und braun wird.  

Ing. Veronika Schmeikal


 
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