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Die fabelhafte Welt der Orchideen




Die Fabelhafte Welt der Orchideen 

 

Kaum eine Pflanzenfamilie vermag es uns mit ihren vielfältigen Gattungen und Arten in ihren Bann zu ziehen, wie die Orchidee. Diese ist weltweit eine der beliebtesten Zierpflanzen, und ähnlich wie bei einem Bonsai verfügt jede Pflanze über einen individuellen Wert, welcher sie zu einem begehrten Sammelstück machen kann.

 

Orchideen sind krautige Pflanzen mit geringen Nährstoffansprüchen. Sie sind in der Regel auf untypische Standorte spezialisiert und profitieren daher von der geringen Konkurrenz von anderen Pflanzen, welche nicht unter den Standortgegebenheiten der Orchideen leben können. Orchideen benötigen in der Regel nur wenig Licht, Wasser sowie Nährstoffe. Das liegt daran dass die meisten Orchideen im Regenwald gedeihen, wo alle drei Faktoren stark umkämpft sind. Daher wandern die Orchideen vom schattenbedeckten Boden näher zu der Sonne in dem Sie sich es auf den Bäumen bequem machen, als sogenannte Epiphyten, zu Deutsch auch Luftwurzler genannt. Das ist auch der Grund warum unsere Orchideen nicht in einem normalen Substrat kultiviert werden sondern in einem speziellen Orchideensubstrat.

 

Schon 500 vor Christus bemerkte der chinesische Philosoph die Schönheit der Orchideen und nannte sie Lan, was soviel wie Schönheit oder Duft bedeutet. Vermutlich ist der Bekanntheitsgrad der Orchidee jedoch sogar noch älter als die menschliche Schrift selbst. Im Deutschensprachraum war die Orchidee ursprünglich unter dem Begriff Knabenkraut bekannt. Die Knollen der hier vorkommenden verschiedenen Knollenkräuter ähneln in ihrer Form dem männlichen Hoden und wurden daher zur Stärkung der Manneskraft verzehrt.

Interessanterweise nur von wenigen südländischen Völkern als Heilkraut verwendet und das obwohl zum Beispiel die Vanille aus der Familie der Orchideen stammt.

 

Die Bedeutung als Zierpflanze entwickelte sich erst ab dem 18. Jahrhundert. Im Jahre 1731 leitete eine getrocknete Blüte einer Orchidee eine wahre Manie innerhalb der englischen Adelsgesellschaft aus. Die untereinander konkurrierenden Adelsfamilien entsendeten Botaniker in alle Welt um ihre Sammlungen zu vervollständigen. Für viele Botaniker war dieser Umstand eine wahre Goldgrube. Denn durch das mangelnde Wissen um die Standortansprüche der Pflanzen mussten ständig neue frische Pflanzen nach England geschickt werden. Um den unstillbaren Bedarf der englischen Adelsfamilien schneller nachkommen zu können wurden teilweise ganze Wälder gerodet um schneller an die begehrten Pflanzen zu kommen. So mancher Botaniker musste durch Krankheit oder den Widerstand der einheimischen sein Leben lassen. Viele dieser Abenteurer sind heute in Form von Artenbezeichnungen verewigt worden.

 

Als Zimmerpflanze liebt die Orchidee hohe Luftfeuchtigkeit und reichlich Licht. Mit der fortschreitenden Züchtung können die Orchideen immer besser an unsere Zimmerbedingungen angepasst werden. Dennoch gibt es einige Anfängerfehler die tunlichst vermieden werden sollten. Orchideen vertragen keine pralle Sonne. Staunäße muss unbedingt vermieden werden, vorteilshaft ist es die Pflanze einmal wöchentlich mit dem Topf in das mit Wasser angefüllte Waschbecken einzutauchen anstatt sie regelmäßig zu Gießen.

 

Die Orchidee ist nicht nur die jüngste sondern auch die am meisten verbreitete Pflanzenfamilie.  Ob im feucht schwülen Dschungel, der trockenen Sahara oder am Süd- und Nordpol, es gibt kaum einen Standort an dem sich keine Orchideen finden lassen. Die Vielfalt innerhalb der Pflanzenfamilie resultiert vielfach aus ihren hohen Ansprüchen. Teilweise spezialisieren sich die Arten auf bestimmte Insekten, wodurch Sie nur in bestimmten Gebieten vorkommen können. In unserer globalen Welt findet ein stetiger Austausch von Orchideen statt. Während die Hülle und Fülle an Orchideen in unseren heimischen Gärtnereien steigt, schrumpft die genetische Vielfalt an verschiedenen Sorten und Arten jedoch stetig. Das liegt an der fortschreitenden Zerstörung des Regenwaldes, welcher die meisten Arten beherbergt.

 Geheimnisvolle Orchidee 

 

Um die Orchidee ranken sich viele Mythen und Geschichten, nicht immer kann zwischen Wahrheit und Fiktion unterschieden werden. Neben den Legenden gibt es jedoch auch wissenschaftliche Beobachtungen, die bis heute noch nicht ausreichend erklärt werden können. Wussten Sie zum Beispiel, dass…

 

….im Zeitraum während der Knospenbildung und dem Abschluss der Blüte rotiert die Knospe um 180 Grad.

 

… eine Orchidee niemals aufhört zu wachsen? Es gibt bis heute keine Beobachtungen über einen natürlichen Tod einer Orchidee, daher gibt es auch kein bekanntes Alterslimit und das obwohl die Pflanze bereits beinahe 300 Jahre in botanischen Gärten kultiviert wird!

 

… die Grünen Wurzeln der Orchideen wie die Blätter zur Energieerzeugung aus Sonnenstrahlen verwendet werden?

 

… Orchideen bei Stress mit der Bildung von klebrigen Tropfen reagieren. Meist wird dieser Stress durch die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht ausgelöst. Aber auch Trockenstress oder Lichtmangel können die klebrigen Tropfen verursachen.


 
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