Aktuelles Termine

Lanzenrosette




LanzenrosettePflanzen aus Großmutters Blumenfenster kommen immer wieder einmal in Mode. So geht es jetzt gerade der Lanzenrosette, Aechmea fasciata.Sie gehört zu den Bromeliengewächsen, ist bereits seit einigen Jahrzehnten in gärtnerischer Kultur und das aus gutem Grund. Kaum eine andere Bromelie ist derart anspruchslos, was Luftfeuchte und Licht betrifft. Die silbergrau gebänderte Blattrosette ist etwas bemehlt, was einen guten Verdunstungsschutz darstellt. Wie alle Bromelien mögen auch Lanzenrosetten gerne in ihrem Blatttrichter Wasser stehen haben. Der Blütenstand besteht aus rosarot gefärbten Hochblättern, die dachziegelartig angeordnet sind. Aus den Achseln der Hochblätter entspringen die eigentlichen Blüten, diese sind lilablau. Die blauen Blüten halten einige Wochen, der rosa Blütenstand ist hingegen sogar mehrere Monate zierend. Praktisch ist diese Pflanze für unsere überdurchschnittlich warmen Räumlichkeiten, da sie auch im Winter keinesfalls bei weniger als 18°C stehen möchte. Zur Blüte kommen Bromeliengewächse nur dann, wenn der Blatttrichter groß genug, sprich ausgewachsen ist. Einfach ist es trotzdem nicht, die Pflanzen bei uns zum Blühen zu bewegen. Wie so oft werden sie von den Gärtnern ausgetrickst. Und zwar, indem man sie mit dem Reifegas Äthylen stimuliert. Dadurch ist es auch möglich Lanzenrosetten jetzt im Hochwinter in knospigen Zustand anzubieten, obwohl die eigentliche Blütezeit im Herbst wäre. Um die Pflanzen im Privathaushalt wieder zum Blühen zu bringen, bedarf es einiger „Äktschn“. Wie Kollege Ploberger letzte Woche schon ausführte, verströmt reifes Obst Äthylen. Man packt also die nichtblühende Aechmea mit zwei Äpfeln in einen durchsichtigen Plastiksack und lässt dieses Duo zwei bis drei Wochen gemeinsam schmachten. Das den Äpfeln entströmende Äthylen bewirkt die Blüteninduktion. Sagen die schlauen Bücher. Ob das funktioniert? Ganz ehrlich: Keine Ahnung! Mir ist das zuviel Äktschn, zumal es zwei Jahre später (solange brauchen die Kindel sowieso, bis sie blühfähig sind) eh wieder schöne blühende zu kaufen gibt. Dazu sind die silbrigen Blattrosetten auch ohne Blüte schön anzuschauen. Mich würde es aber brennend interessieren, ob es Hobbygärtner gibt, die Lanzenrosetten wieder zum Blühen bringen konnten. Für Pflanzenfreunde ohne grünen Daumen sind die Lanzenrosetten aber ideale Zimmergenossen, ähnlich robust wie die berühmten Schwiegermutterzungen. Das ist die bösartige Bezeichnung für Sansevieria trifasciata. Die korrekte lautet „Bogenhanf“. Pflege braucht Aechmea also quasi keine. Gelegentliches Nachfüllen des Wassers im Blatttrichter ist alles, was die Lanzenrosette an Zuwendung fordert. Ing. Veronika Schmeikal
 
Zurück zur Übersicht