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Anspruchslose Kakteen




Anspruchslose Kakteen 

Richtige Kakteensammler kostet das Kakteen-Angebot einer durchschnittlichen Gärtnerei nicht einmal ein müdes Lächeln. Und beim Anblick der Kakteenerde, die hier verkauft wird, werden die Augenbrauen böse gerunzelt. Denn Kakteen sind anders und Kakteenfreunde erst recht. Kakteen sind eine riesige Pflanzengruppe, deren natürliche Habitate Steppen, Wüsten und Hochgebirge sind. Dementsprechend sind ihre Ansprüche an Licht (sehr viel), Boden (ausschließlich mineralisch) und Wasser (wenig). Sehr viel Licht kann man einem Kaktus auf der südseitigen Fensterbank und im Sommer noch lieber im Freien bieten. Das richtige Substrat sollte keine humosen Bestandteile haben, sondern sich aus Lavagestein, Naturbims und Sand zusammensetzen, was einen schon vor gewisse Probleme stellt: Woher nimmt man in Haushaltsmengen Lavagestein und Naturbims? Wenig Wasser ist dagegen kein Problem und sicherlich der Grund Nummer Eins warum Blumenfreunde zu Kakteenfreunden werden. Denn die Gießerei ist absolut überschaubar, in den Urlaub fahren kein Problem, denn selbst drei Wochen ohne Wasser bringen einen Kaktus nicht aus der Ruhe. Kakteen sind in jedem Fall einfach zu überwintern: entweder lässt man sie im warmen Zimmer am südseitigen Fenster stehen und tut so weiter wie immer, dann überleben sie tadellos, werden aber kaum einmal zur Blüte kommen. Oder man macht es ganz richtig, indem man sie bei unter 15°C (ideal: 8°C) aber schön hell überwintert und gar nicht mehr gießt. Dann darf man sie erst Mitte bis Ende April wieder gießen und Dank der Kühlphase werden sie auch blühen. Das Gießen nach dem Überwintern mittels „Kalt-Variante“ will gelernt sein. So soll man seine Kakteen nicht gleich einweichen, sondern zuerst nur mit handwarmen Wasser übersprühen. Bei zuviel Wasserangebot kann es sonst zum Platzen des Gewebes kommen. Dass ein Kaktus dank winterlicher Trockenheit einschrumpelt, heißt noch lange nicht, dass er eingegangen ist. Eine einmalige sparsame(!!) Wassergabe genügt, damit er sich wieder prall ansäuft. Räumt man seine Kakteen im Sommer ins Freie, muss man die gleichen Schutzvorkehrungen treffen, wie wenn man sich selbst käsebleich der Sonne aussetzt, also Sonnenschutz. Jetzt ist das Einschmieren mit Sonnencreme bei Kakteen eher schwierig, daher bietet sich das Abdecken mit Seidenpapier oder ein Sonnenschirm an. Alles in allem sind Kakteen sehr genügsame Pflanzen, mit denen auch jene Blumenfreunde Erfolg haben werden, die sonst am zu sparsamen Gießen scheitern. 

 Veranstaltungstipp: Samstag, 28. und Sonntag 29. Mai 2011 - Internationale Kakteenausstellung im Sportzentrum Eugendorf

Gerade zur Hochblüte der Kakteen stellen private Kakteenzüchter und Kakteen-Gärtnereien aus sechs Nationen 40.000 Kakteen und Sukkulenten aus. Eintritt frei!  Weitere Informationen: www.gymnocalycium.info/events 

Dornen oder Stacheln? 

Dass Rosen keine Dornen sondern Stacheln haben, müsste meine werte Leserschaft schon verinnerlicht haben, dagegen haben Kakteen natürlich Dornen. Ein Dorn hat eine definierte Stellung an der Pflanze und genau das ist beim Kaktus der Fall, während Stacheln wahllose Ausstülpungen der Oberhaut sind, eben wie bei der Rose. Das und vieles mehr rund ums Thema Kakteen und Sukkulenten (das sind Pflanzen mit fleischig verdickten Organen, wie z.B. der Geldbaum) vermitteln die Kakteenfreunde, die sich in Salzburg in einer rührigen Gruppe organisiert haben, siehe obige webadresse.  

Ing. Veronika Schmeikal 


 
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