Der Paradeisergarten

Der Paradeisergarten

Zahlreiche Bücher wurden über den Hobbyanbau von Tomaten geschrieben. Denn Tomaten sind im Hausgarten beliebt wie kaum zuvor.

Als licht- und wärmehungrige Gewächse beanspruchen sie die besten Plätze in unseren Gärten. Trotzdem gelingt es nicht immer, reichtragende, gesunde Pflanzen bis in den Herbst zu ziehen. Tomaten werden ab Mitte Mai, nach den Spätfrösten, auf einem mit Kompost gedüngten Gemüsebeet ausgesetzt. Sie müssen an Stäben oder Schnüren aufgeleitet werden, damit die krautigen Pflanzen ausreichend Halt finden.

Man unterscheidet begrenzt wachsende Buschtomaten, die in einer Höhe von max. 1 m ihr Höhenwachstum von allein einstellen, und unbegrenzt wachsende Sorten, die am Ende des Sommers geköpft werden, damit die Pflanzen alle Kraft in die noch ausreifenden Früchte stecken, statt neue Blütentriebe zu bilden.

In regelmäßigen Abständen müssen Tomaten ausgegeizt werden, indem die kleinen Seitentriebe am Haupttrieb abgebrochen werden. Beim Gießen ist Vorsicht geboten. Tomaten vertragen Trockenheit, reagieren aber empfindlich auf zu feuchte Luft- und Bodenverhältnisse. Eine optimale Wasserversorgung erfolgt durch Tröpfchenbewässerung, da die Blätter nicht benässt werden. So kann man eine vorzeitige Infektion mit Pilzkrankheiten vermeiden.

Um die Pflanzen auch vor unkontrollierten Regengüssen zu schützen, empfiehlt sich die Verwendung eines „Regenschutzes“, der allerdings eine gute Belüftung der Pflanzen nicht behindern darf. Solche Hauben werden im gärtnerischen Fachhandel angeboten, für Bastler wird es aber auch kein Problem sein, sich eine geeignete Dachkonstruktion selbst herzustellen. Auch ein regelmäßiger Fruchtwechsel, das Entfernen der untersten Blätter und ein Respektabstand zu Gemüsenachbarpflanzen können helfen, Pilzinfektionen, besonders die im Hausgarten gefürchtete Kraut- und Braunfäule, zu vermeiden.

In kühlen und feuchten Sommern kann es trotzdem passieren, dass die Pflanzen vorzeitig braun werden und schlagartig ganz absterben. Bei hohem Infektionsdruck ist es empfehlenswert, die Tomaten gleich in großen Töpfen zu ziehen und unter den Dachvorsprung an eine Süd- oder Südwestwand zu stellen. Eine automatisch gesteuerte Tröpfchenbewässerung sorgt dann für eine ausreichende Wasserversorgung.

Organische Düngemittel wie Hornspäne oder pflanzliche Biodünger liefern die Nährstoffe, die die Pflanzen für ein gesundes und kräftiges Wachstum benötigen. Tomatenraritäten unterscheiden sich in ihrem Wachstum nicht wesentlich von herkömmlichen Sorten. Einige wie z.B. die gestreifte ‚Tigerella’ oder die reichfruchtende ‚Gelbe Dattelwein’ sind sogar als ausgesprochen robust zu bezeichnen.

Sortenexperimente im Garten sorgen nicht nur für spannende Abwechslung und bunten Genuss, sondern helfen auch mit, die optimale Kombination für den eigenen Standort herauszufinden.


15.01.2026